Was sind Mangroven?

Mangroven bezeichnet keine spezielle Pflanzenart, sondern ist ein Sammelbegriff für verschiedene Arten von Bäumen und Sträuchern, die in Küstengebieten in tropischen und subtropischen Klimazonen wachsen. Ihr Wurzelgeflecht wächst ober- und unterirdisch und bildet ein eng verwachsenes Dickicht, das eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren beherbergt.

Mangrovenwälder gehören zu den produktivsten Ökosystemen weltweit. Sie bieten Ernährungssicherheit, wertvolle Holzproduktion, Schutz vor Küstenerosion, sind Kinderstube von Fischen und anderen Tieren und einer der effizientesten und wichtigsten Kohlenstoffspeicher auf dem Planeten.

Wo wachsen Mangroven?

Mangroven sind Halophyten (Salzpflanzen), das heißt, sie sind salztolerante Pflanzen, die in Gewässern mit hohem Salzgehalt wachsen. Nur zwei Prozent aller Pflanzen auf der Welt sind Salzpflanzen. 

Sie wachsen besonders gut in Brackwasser, wo Salzwasser und Süßwasser aufeinandertreffen und das Sediment einen hohen Schlammanteil aufweist. Sie können auch in Gebieten überleben, in denen das Meerwasser aufgrund von Verdunstung stark konzentriert ist.

Mangroven sind in allen äquatorialen Regionen der Erde zu finden. Die größten Mangrovenbestände befinden sich in Indonesien, wo Mangrovenbäume eine Fläche von rund 23.000 Quadratkilometern bedecken.

Mit dem Anstieg der globalen Durchschnittstemperaturen beginnen die Mangroven jedoch auch ihr Verbreitungsgebiet über die Äquatorregion hinaus auszudehnen.

Warum sind Mangroven so wichtig?

Mangroven können, laut einer Studie in Nature Geoscience aus dem Jahr 2011, in ihren Wurzelsystemen bis zu viermal so viel Kohlenstoff aufnehmen und speichern wie tropische Regenwälder, was sie zu einer enorm wertvollen natürlichen Ressource und zu einem entscheidenden Faktor im Kampf gegen den Klimawandel macht. 

Der Unterwasserlebensraum, der durch die Mangrovenwurzeln geschaffen wird, bietet essentielle Brutgebiete und Kinderstuben für tausende verschiedene Meerestierarten, von denen viele gefährdet sind. Zu diesen Tieren zählen Algen, Schwämme, Haie und andere Fische, Reptilien, Krustentiere wie Krabben und Garnelen, sowie Weichtiere. Wissenschaftler schätzen, dass 80% des weltweiten Fischfangs direkt oder indirekt von den Mangrovenwäldern abhängen. 

Viele Arten von Vögeln und Zugvögeln nutzen Mangrovenbäume als Futter- und Nistplätze, und größere Tiere finden dort ihre Beute. Tiger leben und jagen beispielsweise in den Sundarbans-Mangrovenwäldern in Indien.

Das dichte Wurzelgeflecht der Mangroven ist sehr effektiv beim Abfangen von Sedimenten, Schwermetallen und anderen Schadstoffen und trägt somit wesentlich zur Erhaltung der Wasserqualität bei. Sie bilden eine natürliche Barriere, indem sie die Wellenenergie zerstreuen, was die Küsten vor Erosion und Überflutung schützt, insbesondere in Gebieten, in denen der Meeresspiegel steigt. Der Aufbau von Wurzeln trägt auch dazu bei, angrenzende Korallenriffe und Seegraswiesen davor zu schützen, von Sedimenten erdrückt zu werden. 

Mangroven sind auch wichtig für lokale ländliche Gemeinden, die  auf die natürliche Umgebung angewiesen sind, um ihre Familien mit Nahrung, Baumaterialien, Brennstoff und Heilmitteln zu versorgen. 

Warum müssen wir sie schützen?

Mangroven machen weniger als 0,4% des weltweiten Waldes aus, aber sie verschwinden drei- bis fünfmal schneller als Wälder wie der Amazonas-Regenwald. 

Unregulierte Erschließung der Küste für Tourismus und Wohnbau, Garnelenzucht, und Abholzung bedrohen die Mangrovenwälder. Darüber hinaus können durch die Zerstörung oder Verschmutzung natürlicher Wasserläufe, z. B. durch den Einsatz von Herbiziden oder die Entsorgung von Plastik, ganze Mangroven-Ökosysteme gefährdet werden. 

Wie hilft der ASC? 

Garnelen werden vor allem in Vietnam, Ecuador, Indonesien, Honduras, Guatemala, Venezuela, Thailand, Mexiko und Indien produziert und hier direkt an oder nahe bei Mangrovenwäldern. 

Um diese Ökosysteme zu schützen, schreibt der ASC Garnelen-Standard vor, dass die Rodung von Mangrovenwäldern zur Bereitstellung von Land für eine Garnelenfarm verboten ist, und in einigen Fällen kann die Wiederbepflanzung von Mangroven als Bedingung für die Zertifizierung auferlegt werden. Die Auswirkungen der Garnelenfarm auf die Umgebung müssen minimiert werden, und es gibt auch Anforderungen in Bezug auf die Entsorgung von Plastikabfällen und die Überwachung der Wasserqualität. 

Wichtig ist auch, dass die Arbeiter darin geschult werden, auf die umliegende Umwelt zu achten und diese zu erhalten, denn ein gesundes Mangrovensystem bedeutet eine gesunde Garnelenfarm.

Der ASC erweitert seinen Einflussbereich über die Farmen hinaus mit einem Projekt, das den lokalen Gemeinden in Ecuador wirtschaftliche Anreize bietet, ihre Mangrovenwälder zu pflegen und zu erhalten. Das Projekt, das in Zusammenarbeit mit Conservation International durchgeführt wird, stellt den Gemeinden sowohl Bildung als auch finanzielle Mittel zur Verfügung und zielt darauf ab, die zugrundeliegenden wirtschaftlichen Anreize zu bekämpfen, die hinter der Zerstörung vieler Mangroven stehen.

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