Der Adlerfisch (Argyrosomus regius), auch Schattenfisch oder Umberfisch genannt, ist ein leckerer, fettarmer Fisch. Geschmacklich ähnelt er dem europäischen Wolfsbarsch und verdient einen Platz auf dem Esstisch!  

In freier Wildbahn

Adlerfische kommen im östlichen Atlantik, einschließlich des Mittelmeers, des Schwarzen Meeres und des Roten Meeres, vor. Der Adlerfisch ist ein großer Fisch, der bis zu 2 Meter lang und bis zu 100 Kilo schwer werden kann.[1] Der Fisch gehört zur Familie der Sciaenidae und ist ein Grundfisch. Das heißt, er hält sich vor allem in der Nähe des Meeresbodens auf, schwimmt aber auch in mittleren Wasserschichten. Adlerfische kehren zwischen Mitte April und Ende Mai an die Küste und in Flussmündungen zurück, um sich fortzupflanzen und zu laichen. Von Mitte Juni bis Ende Juli schwimmen sie auf Nahrungssuche entlang der Küste. Dort bleiben sie dann bis zum Herbst, bevor sie für den Winter in tiefere Gewässer zurückkehren. Sie ernähren sich hauptsächlich von anderen Fischen und Krustentieren.   

Adlerfisch, Wolfsbarsch und Seebrasse gehören zu den Barschartigen, einer Art von Knochenfischen. Sie haben viele gemeinsame Merkmale, weshalb sie auch unter denselben ASC-Standard fallen.

Zucht von Adlerfischen

Meistens werden Adlerfische im Meer in Netzgehegen gezüchtet. Vor allem an der Mittelmeerküste in Griechenland, Spanien, Kroatien und Portugal. Die Zucht ist aber auch an Land in Meerwassertanks möglich. Der Adlerfisch wächst schnell, er kann schneller eine marktfähige Größe erreichen als andere ähnliche Arten. [2] Außerdem weist er eine ausgezeichnete Fleischqualität auf. Adlerfische sind anspruchslos und wachsen am besten in gemäßigten Temperaturen.

Trotz seiner guten Eignung wurde er relativ spät für die Fischzucht eingesetzt. Erst in den späten 1990er-Jahren wurde mit seiner kommerziellen Zucht in Frankreich begonnen. [3] Die jährliche Produktion von Adlerfisch liegt derzeit bei etwa 25.000 Tonnen, mit Potenzial für Wachstum. [4] Gezüchtete Adlerfische werden mit einem Gewicht zwischen einem und drei Kilo gefangen und normalerweise als Filets verkauft. 

 

Auswirkungen der Adlerfischzucht 

ASC-zertifizierte Betriebe minimieren die Auswirkungen auf ihr lokales Ökosystem. Zum Schutz wichtiger Wildtierarten und empfindlicher Lebensräume in der Nähe der Farm müssen sie eine Folgenabschätzung erstellen und umsetzen. Diese soll die ökologische Qualität des Meeresbodens schützen, sicherstellen, dass die Farmen nicht in Gebieten mit hohem Schutzwert angesiedelt werden, und das Entweichen von Fischen auf ein absolutes Minimum beschränken. Tödliche Maßnahmen gegen Raubtiere/Wildtiere auf der Farm sind ebenso verboten wie der Gebrauch von akustischen Abschreckungsgeräten unter Wasser.

  • Futtermittel
    ASC-zertifizierte Züchter müssen strenge Grenzwerte einhalten, um den Gebrauch von Wildfisch als Futterzusatz zu minimieren. Außerdem setzt der Standard voraus, dass die Betriebe die vollständige Rückverfolgbarkeit zu einer verantwortungsvoll verwalteten und vorzugsweise zertifizierten Quelle sicherstellen. Das gilt sowohl für Wildfisch als auch für andere Zutaten. Eine mögliche Verwendung von gentechnisch veränderten/transgenen pflanzlichen Rohstoffen im Futter muss dokumentiert werden. Übrigens benötigen Adlerfische deutlich weniger Futter als einige andere Fischarten. 
  • Verschmutzung
    Die ASC-Zertifizierung erfordert, dass  Zuchtbetriebe in regelmäßigen Abständen eine Reihe von Wasserparametern messen und festgelegten Grenzwerte einhalten müssen. Dazu zählen der Phosphorgehalt und die Menge an gelöstem Sauerstoff. Außerdem muss die Freisetzung von Kupfer in das Wasser überwacht und minimiert werden. Zertifizierte Zuchten müssen beweisen, dass biologische und nicht-biologische Abfälle entweder ordnungsgemäß entsorgt, angemessen gelagert oder recycelt werden.
  • Krankheiten
    ASC-zertifizierte Adlerfisch-Züchter müssen den Ausbruch von Krankheiten minimieren. Adlerfische sind robuste Fische, die nicht sehr krankheitsanfällig sind. Dennoch muss ein Fischgesundheitsmanagementplan unter Aufsicht einer Tierärztin oder eines Tierarztes entwickelt und in den Betrieben umgesetzt werden.
  • Soziales
    Die ASC-Zertifizierung stelltstrenge Anforderungen, die auf den Grundprinzipien der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) beruhen. Diese umfassen das Verbot von Kinderarbeit oder jeglicher Form von Zwangsarbeit. Alle ASC-zertifizierten Betriebe sind sichere und faire Arbeitsumgebungen. Die Beschäftigten erhalten einen angemessenen Lohn und haben geregelte Arbeitszeiten. ASC-Adlerfisch-Zuchten müssen sich zudem mit den umliegenden Gemeinden beraten, und sicherstellen, dass Beschwerden zeitnah gelöst werden.  
  • Emissionen
    Im Vergleich zu einigen anderen tierischen Proteinquellen gilt der Adlerfisch aufgrund seines schnellen Wachstums als relativ CO2-arm. Dennoch müssen alle ASC-Farmen den Energieverbrauch für die Produktion des Fisches und seiner Futtermittel überwachen. Außerdem müssen sie alle Treibhausgasemissionen aufzeichnen, um sicherzustellen, dass die Werte so niedrig wie möglich bleiben.

Adlerfisch genießen

Der Adlerfisch ist weniger bekannt als seine Pendants Wolfsbarsch und Meerbrasse, aber er ist eine gute und nachhaltige Wahl für Weißfisch. Adlerfisch hat eine feste und saftige Textur und einen milden Geschmack. Er eignet sich zum Braten, Backen oder Grillen, aber auch zum Dämpfen, Räuchern oder sogar zum Marinieren im rohen Zustand als Ceviche. In den meisten Rezepte lassen sich Seebarsch oder Meerbrasse leicht durch Adlerfisch ersetzen. 

 

 

 

[1]https://www.fishbase.de/Summary/SpeciesSummary.php?id=418&lang=german
[2] https://www.eurofishmagazine.com/sections/species/item/212-meagre-from-niche-product-to-mainstream
[3] http://en.aquaculture.ifremer.fr/Sectors/Fish-sector/Discoveries/Meagre
[4] https://www.eurofishmagazine.com/sections/species/item/212-meagre-from-niche-product-to-mainstream

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