Pangasius ist ein sehr beliebter Weißfisch, der in der Regel als Filet verkauft wird. In Rezepten kann er Arten wie Kabeljau und Schellfisch ersetzen. Dieser Fisch, der auch als Basa, Swai oder River Cobbler verkauft wird, ist preisgünstig, was dazu beigetragen hat, dass sein Marktanteil zunimmt.

Pangasien wachsen schnell und gehören zur Familie der Pangasidae (Schlankwelse). Sie zeichnen sich durch einen langen Körper, einen kleinen Kopf, ein breites Maul und die typischen Welsbarben aus. Jungfische haben einen schwarzen Streifen entlang ihres Körpers, während ausgewachsene Fische eine einheitlichere graue Farbe annehmen. Sie wachsen schnell. Bereits nach zwei Monaten können sie eine Größe von 10-12 cm und ein Gewicht von 14-15 Gramm erreichen.[1] Pangasius kommt vor allem im Süßwasser vor, kann aber auch in Salzwasser bis zu einer Temperatur von 30 °C überleben.

Die weltweite Pangasiusproduktion belief sich 2018 auf rund 2,8 Millionen Tonnen mit einem Wert von fast 3,6 Milliarden US-Dollar.[2]

Zucht von Pangasius

Pangasianodon hypophthalmus wird hauptsächlich im vietnamesischen Mekong-Delta gezüchtet, wo er ursprünglich herkommt, und ist die in der Aquakultur am häufigsten gezüchtete Pangasius-Art. In Europa und in über 130 anderen Ländern der Welt ist er auch die am häufigsten konsumierte Pangasius-Art.

Pangasius ist nach Karpfen, Tilapia und Lachs der viertwichtigste Fisch, der in Aquakulturen kommerziell produziert wird. [3] Vietnam ist das Haupterzeugerland, wo die meisten Zuchtbetriebe im oder in der Nähe des Mekong-Deltas angesiedelt sind. Andere Länder, in denen Pangasius gezüchtet wird, sind Thailand, Nepal, Pakistan, Indien, Bangladesch, Laos, Myanmar, Indonesien und Kambodscha, da sie ähnliche tropische Klimabedingungen und Wassertemperaturen aufweisen.

Pangasiuszucht Vietnam

Pangasius erfordert einen relativ geringen Futtermitteleinsatz.[4] Das bedeutet, dass er vergleichsweise günstig und umweltfreundlich zu produzieren ist. Darüberhinaus wachsen diese Fische schnell und erreichen in sechs bis acht Monaten ihre Marktgröße von etwa 1 kg. Die Weibchen können während ihrer Laichzeit mehrmals bis zu 80.000 Eier produzieren. Das ist ein Produktionsertrag, der viermal so hoch ist wie bei anderen Aquakulturarten. Die Fische werden in Käfigen in Seen und Flüssen oder in Teichen in der Nähe natürlicher Wasserquellen aufgezogen.

Auswirkungen der Zucht

Auch wenn es gelegentlich Bedenken hinsichtlich der ökologischen und sozialen Auswirkungen der Pangasiuszucht gibt, können Verbraucher, die ASC-zertifizierten Pangasius kaufen, sicher sein, dass der Fisch nach strengen Richtlinien gezüchtet wurde. Dadurch wird sichergestellt, dass die Fischzüchter ein gesundes Produkt erzeugen und die negativen Auswirkungen der Zucht auf ein Minimum reduzieren. Die Leitlinien umfassen:

  • Artenvielfalt

ASC-zertifizierte Pangasius-Farmen dürfen nur in speziell für die Aquakultur zugelassenen Gebieten angesiedelt werden, um negative Auswirkungen auf das lokale Ökosystem zu minimieren. Außerdem müssen Züchter das Entweichen von Fischen vermeiden und Fangvorrichtungen installieren, um entkommene Tiere wieder einzufangen.

  • Futtermittel

Um ASC-zertifiziert zu werden, müssen Pangasius Produzenten strenge Kriterien für die Verwendung von Wildfischen als Futtermittelzutat einhalten. Die Zertifizierung nach ASC-Standard schreibt Pangasiuszuchten vor, den Anteil an Wildfisch im Futtermittel auf strenge Grenzwerte zu limitieren. Ferner muss die vollständige Rückverfolgbarkeit zu einer verantwortungsvollen Quelle gewährleistet sein, die im Idealfall zertifiziert ist.

Darüberhinaus hat die Entwicklung von schwimmendem Futter die Fleischqualität und die weiße Farbe der Fische verbessert, da sie nicht mehr auf dem Grund der Teiche fressen. Dies hat den Fisch für ein breiteres Publikum akzeptabler gemacht.

  • Verschmutzung

ASC-zertifizierte Pangasius-Farmen müssen verschiedene Wasserparameter wie Stickstoff-, Phosphor- und Sauerstoffgehalt messen und die festgelegten Grenzwerte einhalten. Kläranlagen müssen strenge Anforderungen erfüllen, bevor Abwasser oder Schlamm abgeleitet werden können. Dafür wird in den Betrieben häufig ein System von Filterbetten eingesetzt, um diesen Prozess zu verbessern.

  • Krankheiten

Eine der größten Sorgen im Zusammenhang mit der zunehmenden Pangasius-Zucht ist die Ausbreitung von Krankheiten auf Wildpopulationen und andere Fischarten. Daher müssen ASC-zertifizierte Pangasius-Farmen strenge Anforderungen erfüllen, um den Ausbruch von Krankheiten zu minimieren. Gesundheitspläne werden professionell entwickelt und umgesetzt und müssen ein strenges Biosicherheitsmanagement gewährleisten. Weiters ist der prophylaktische Einsatz von Medikamenten zur Vorbeugung von Krankheiten verboten, und es sind keine für die menschliche Gesundheit kritischen Antibiotika erlaubt. Auch die Sterblichkeitsrate muss sorgfältig überwacht werden.

  • Soziale Verantwortung

ASC-zertifizierte Pangasius-Züchter müssen ihre Betriebe sozial verantwortlich führen. Dies bedeutet, dass die Arbeitnehmer eine angemessene Gesundheits- und Sicherheitsschulung erhalten, fair bezahlt und behandelt werden. Jegliche Form von Kinder- oder Zwangsarbeit ist strengstens verboten. Außerdem sollen einheimische Arbeitskräfte gegenüber Wanderarbeitern bevorzugt werden.

Es bedeutet auch, ein guter Nachbar für die lokalen Gemeinschaften zu sein und proaktiv mit ihnen zu kommunizieren. Die Züchter müssen direkt mit den umliegenden Gemeinden zusammenarbeiten, um etwaige Probleme zu lösen.

Kochen mit Pangasius

Pangasius ist ein relativ preisgünstiger Fisch mit mildem Geschmack und weicher Konsistenz, was dazu beigetragen hat, dass er weltweit immer beliebter wird. Pangasius wird in frischer und gefrorener Form verkauft und wir auch in Restaurants in vielen Gerichten verwendet. Er verträgt sich besonders gut mit asiatischen Aromen wie Soja und Ingwer und lässt sich auch in Eintöpfen und Currys gut verarbeiten.

 

[1] https://thefishsite.com/articles/pangasius-farming-an-overview

[2] https://www.seafish.org/responsible-sourcing/aquaculture-farming-seafood/species-farmed-in-aquaculture/aquaculture-profiles/pangasius/sources-quantities-and-cultivation-methods/

[3] http://www.fao.org/3/ca9229en/CA9229EN.pdf

[4] https://www.agrifarming.in/pangasius-fish-farming-cultivation-practices-a-full-guide

[5] https://www.mcsuk.org/goodfishguide/ratings/aquaculture/839/

Aquakultur erklärt

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