Weltweit sind viele Fischarten unter dem allgemeinen Namen „Zackenbarsch“ bekannt. Die meisten von ihnen gehören zu den Gattungen Mycteroperca und Epinephelus. Insgesamt zählen zur Familie der Zackenbarsche (Epinephelidae) mehr als 230 Arten.

Zackenbarsche sind für kleine Fischereien von großer wirtschaftlicher Bedeutung und gehören auf vielen asiatischen Fischmärkten zu den teuersten Arten, die oft lebend verkauft werden.

In freier Wildbahn

Zackenbarsche sind in warmen Meeren weit verbreitet, sowohl in tiefen Gewässern als auch in flachen Riffgebieten. Viele sind matt grün oder braun, aber einige haben leuchtende, kräftige Farben und Muster. Arten, die in tiefen Gewässern leben, sind in der Regel viel röter als diejenigen, die in Küstennähe leben.

Bei diesen Fischen handelt es sich um Echte Knochenfische, die sich durch einen beweglichen Oberkiefer auszeichnen, der herausragt, wenn sie ihr großes Maul öffnen. Zackenbarsche sind keine eleganten, schnellen oder weiten Schwimmer, sondern haben meist einen großen Körper. Größe und Gewicht variieren je nach Art und eingie können über einen Meter lang werden. Der größte ist der atlantische Goliath-Zackenbarsch (Epinephelus itajara), der bis zu 2,5 m lang und bis zu 450 kg schwer werden kann!

Die meisten Zackenbarsche sind Einzelgänger, die die Riffe und Untiefen nach Beute absuchen. Zackenbarsche sind Saugfresser, mit Hilfe von Muskeln vergrößern sie blitzartig ihren Mundraum dabei entsteht ein Unterdruck der Wasser und Beute schnell nach innen zieht. Schwere Zahnplatten im Rachenraum helfen, die Nahrung zu zerkleinern. Die Mäuler werden auch zum Graben von Unterschlüpfen im Sand und unter Felsen verwendet.

Für den Fang von Zackenbarschen werden verschiedene Fangmethoden eingesetzt, darunter Handleinen, Netze und Schleppnetze. In Korallenriffgebieten, in denen es schwierig sein kann, Zackenbarsche mit herkömmlichen Netzen zu fangen, werden trotz der Bemühungen der Behörden, diese Praxis zu unterbinden, manchmal illegale Fischereimethoden eingesetzt, darunter Sprengstoff und Gift. Infolge von Überfischung wurden mehrere Zackenbarscharten in die Liste der vom Aussterben bedrohten Arten aufgenommen, und die Entwicklung von Zuchttechniken für Zackenbarsch ist zu begrüßen, um die Marktnachfrage zu decken und den Fischereidruck zu verringern.

Zucht von Zackenbarsch

Eine wenig bekannte Tatsache über Zackenbarsche ist, dass manche Arten ihr Erwachsenenleben als Weibchen beginnen, bevor einige der größeren Fische später zu Männchen werden, man spricht von einem protogynen Geschlechterwechsel. In wilden Zackenbarschpopulationen werden die großen Männchen meist zuerst abgefischt, was zu einem Ungleichgewicht im Geschlechterverhältnis führt und die Fortpflanzung der Art gefährdet.

In Taiwan werden seit 1975 Jungtiere aus Wildfängen gezüchtet, aber die Zucht in Gefangenschaft wurde durch einen Mangel an Männchen behindert, bis taiwanesische Forscher erfolgreich Methoden entwickelten, um eine künstliche Geschlechtsumwandlung auszulösen. Andere Länder folgten diesem Beispiel, und heute können mehr als ein Dutzend Zackenbarscharten in Aquakultur gezüchtet werden, vom Ei bis zum Teller.

Die meisten Zackenbarsche werden derzeit in Asien gezüchtet, in Ländern wie China, Taiwan, Indonesien, Malaysia, Japan und Vietnam. Die Zuchtbetriebe verwenden Wasserumlaufbecken an Land, Netzkäfige auf See oder Küstenteiche.

Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) erreichte die Nachfrage nach Zackenbarsch im Jahr 2020 500.000 Tonnen, die zu gleichen Teilen durch Fischfang und Aquakultur gedeckt wurden. Es ist zu hoffen, dass die Entwicklung neuer Aquakulturtechniken zur Erzeugung von Zackenbarscheiern und Jungfischen im nächsten Jahrzehnt zu einer raschen Entwicklung des Sektors führen wird.

Zackenbarsche fallen unter den ASC-Standard für tropische Meeresfische, der für eine Reihe von tropischen Fischarten gilt, darunter Schnapper, Pompano, Barramundi und Umberfische. Das Programm des ASC sieht vor, dass die Betriebe unabhängig bewertet werden und ein hohes Maß an Transparenz gewährleistet ist, indem alle Prüfberichte auf der Website des ASC veröffentlicht werden.

Auswirkungen der Zucht von Zackenbarsch

Die Zucht von tropischen Meeresfischen, einschließlich Zackenbarschen, wird mit einer Reihe von Umweltauswirkungen in Verbindung gebracht, z. B. der Verwendung von marinen Zutaten in Futtermitteln, negativen Auswirkungen auf die biologische Vielfalt, der Übertragung von Krankheiten und Parasiten sowie der Verschmutzung der Wasserqualität und des Meeresbodens.

ASC-zertifizierte Züchter von tropischen Meeresfischen arbeiten hart daran, die Standards in ihrer Branche zu verbessern. Sie kooperieren mit ihrer lokalen Gemeinschaft und respektieren ihre Arbeiter und die Umwelt.

  • Wasserqualität
    ASC-zertifizierte Zuchtbetriebe für tropische Meeresfische müssen die Wasserqualität regelmäßig testen, um sicherzustellen, dass Sauerstoffgehalt, Temperatur, Säuregehalt und andere Parameter innerhalb der festgelegten Grenzwerte bleiben.
  • Artenvielfalt
    ASC-zertifizierte Farmen für tropische Meeresfische minimieren die Auswirkungen auf das lokale Ökosystem auf verschiedene Weise, z. B. durch die Entwicklung und Durchführung einer biodiversitätsorientierten Umweltverträglichkeitsprüfung , die sicherstellt, dass die Farmen nicht in oder in der Nähe von kritischen Lebensräumen angesiedelt werden. Zertifizierte Zuchtbetriebe dürfen nicht in Mangroven-Ökosystemen errichtet werden und die Produzenten müssen alle Maßnahmen umsetzen, um das Entweichen von Fischen zu minimieren.
  • Futtermittel
    Die ASC-Zertifizierung verlangt von allen zertifizierten Betrieben die Einhaltung strenger Grenzwerte, die den Anteil von Wildfischen am Futtermittel auf ein Minimum reduzieren. Die Betriebe müssen auch eine vollständige Rückverfolgbarkeit zu einer verantwortungsvoll bewirtschafteten Quelle gewährleisten, vorzugsweise zertifiziert sowohl für Wildfisch als auch für nicht aus dem Meer stammende Zutaten wie Soja und Palmöl.
  • Krankheiten
    ASC-zertifizierte Zuchtbetriebe für tropische Meeresfische müssen über einen Fischgesundheitsmanagement-Plan verfügen, um Krankheitsausbrüche zu vermeiden und eine biologisch sichere Umgebung zu erhalten. Der Einsatz von Medikamenten vor der Diagnose einer Krankheit (prophylaktischer Einsatz) ist verboten, und die Fischzüchter müssen die Betriebe so führen, dass die Sterblichkeitsrate gering ist.
  • Soziale Verantwortung
    Die Anforderungen der ASC-Zertifizierung basieren auf den Grundprinzipien der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und beinhalten das Verbot von Kinderarbeit und Zwangsarbeit. Alle ASC-zertifizierten Betriebe müssen ein sicheres und gerechtes Arbeitsumfeld bieten, in dem die Beschäftigten einen angemessenen Lohn erhalten und geregelte Arbeitszeiten haben. Die Züchter müssen mit den lokalen Gemeinschaften zusammenarbeiten und sie über mögliche Gesundheits- und Sicherheitsrisiken oder Veränderungen beim Zugang zu Ressourcen informieren.

Kochen mit Zackenbarsch

Zackenbarsch ist ein mild schmeckender Weißfisch mit hohem Fettgehalt, der sich hervorragend zum Braten, Backen, Grillen, Frittieren, Räuchern oder Dünsten eignet. Diese Fische und ihre Filets können ganz einfach mit Zitrone serviert werden, aber sie sind auch köstlich in Kombination mit stärkeren Aromen.

Zackenbarsch ist reich an Proteinen und Omega-3-Fettsäuren und damit eine ausgezeichnete Wahl für eine besondere Mahlzeit. Und wenn Sie sich für Zackenbarsch mit dem ASC-Siegel entscheiden, können Sie sicher sein, dass Sie auch der Umwelt helfen.

Aquakultur erklärt

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