Mythos Lachsfarbe – was stimmt wirklich?
November 12, 2025
Ob im Supermarktregal oder an der Frischetheke – Lachs fällt sofort durch seine kräftige, rosarot-orange Farbe auf. Doch woher stammt diese charakteristische Färbung? Ist sie natürlich oder künstlich?
Welche Farbe hat Zuchtlachs eigentlich?
Unterscheidet sich die Farbe von Zuchtlachs und Wildlachs? Um das zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die Nahrungskette des Lachses.
Lachse sind Raubfische – sie ernähren sich von kleineren Fischen, Krill und anderen Krebstieren. Diese wiederum fressen Algen. Und genau dort entsteht die Farbe: Bestimmte Algen produzieren einen natürlichen Pflanzenfarbstoff namens Astaxanthin.
Wenn diese Algen von Kleinkrebsen gefressen werden und diese wiederum auf dem Speiseplan von Raubfischen stehen, wird der Farbstoff weitergegeben. Astaxanthin verleiht nicht nur Krebstieren, sondern auch Lachsen und sogar Flamingos ihre typische Färbung.
Wäre Zuchtlachs ohne Astaxanthin grau?
Ja – Astaxanthin ist der Grund für die schöne, lachsfarbene Tönung. Ohne diesen natürlichen Farbstoff wäre das Fischfleisch weißlich oder grau.
Wildlachse nehmen Astaxanthin über ihre natürliche Nahrung auf. In verantwortungsvoll betriebenen Zuchten stellen Fischzüchter sicher, dass ihre Lachse dieselben Nährstoffe erhalten, die sie auch in der Wildnis aufnehmen würden. Eine unausgewogene Ernährung wäre nicht gesund für die Fische. Deshalb wird dem Futter von Zuchtlachs Astaxanthin in natürlicher Form zugesetzt.
Astaxanthin ist ein Antioxidans, das Algen vor Umweltstress schützt – etwa vor intensiver Sonneneinstrahlung oder Nährstoffmangel. Tiere, die diese Algen fressen, nehmen den Farbstoff auf. Astaxanthin gehört zur Gruppe der Carotinoide, die auch in Karotten oder Tomaten vorkommen – es ist nicht nur gut für den Fisch, sondern auch für den Menschen.
Antioxidantien neutralisieren instabile Moleküle (sogenannte freie Radikale) und verhindern oxidativen Stress in Zellen.
Ein einfaches Experiment: Schneidet man einen Apfel auf, verfärbt sich das Fruchtfleisch an der Luft schnell braun. Gibt man jedoch Zitronensaft darauf, bleibt die Farbe erhalten – das liegt am enthaltenen Vitamin C, ebenfalls ein Antioxidans.
Mehr darüber, wie verantwortungsvolles Fischfutter zusammengesetzt ist, erfahren Sie hier.
Wird Zuchtlachs gefärbt?
Nein – Zuchtlachs wird nicht gefärbt. Astaxanthin wird dem Futter zugesetzt, weil die Fische in der Aquakultur kein Krill oder Garnelen jagen können. Es ist ein natürlicher Bestandteil ihrer Ernährung und wichtig für ihre Gesundheit.
Ein verbreiteter Irrglaube besagt, dass Zuchtlachs mit Farbstoffen injiziert werde – das stimmt nicht.
Welche Farbe hat Zuchtlachs wirklich?
Die Farbe von Lachs kann variieren – sowohl bei Wild- als auch bei Zuchtlachs. Unterschiedliche Arten weisen verschiedene Farbtöne auf, abhängig von ihrer Ernährung und ihren genetischen Eigenschaften, die beeinflussen, wie Nährstoffe verarbeitet werden.
So ist Silberlachs (Coho) in freier Wildbahn oft weniger rosa, weil er weniger astaxanthinhaltiges Zooplankton frisst und mehr kleine Fische.
Königslachse (Chinook) können sogar ganz weiß sein – ihre Gene verhindern, dass sie Astaxanthin verwerten.
Die Farbpalette reicht von fast weiß über hellrosa bis zu tiefrot.
Die Farbe allein verrät also nicht, ob ein Lachs wildgefangen oder aus verantwortungsvoller Zucht stammt.
Zusammengefasst lässt sich also sagen:
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Die typische Lachsfarbe entsteht durch den pflanzlichen Farbstoff Astaxanthin, ein Antioxidans.
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Ohne diesen Farbstoff wäre das Fleisch weiß oder grau.
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Wildlachse nehmen Astaxanthin über Krebstiere auf, Zuchtlachse erhalten es über verantwortungsvoll zusammengestelltes Futter.
Haben Sie jetzt Appetit auf Lachs bekommen? Probieren Sie diese Rezepte, um die schöne Farbe auf dem Teller zur Geltung zu bringen!