Vor kurzem klärten wir eine Reihe von Mythen über den Zuchtlachs auf. Jetzt widmen wir uns einem Zuchtfisch, dem in den letzten Jahren noch mehr Schauergeschichten nachgesagt wurden: dem Pangasius.

Der Pangasius trägt viele Namen – darunter Basa, Swai, Schlankwels oder Flussschuster. Der Grund für einige dieser Namenskreationen könnte der schlechte Ruf sein, den der arme Pangasius im Laufe der Jahre bekommen hat. Wir wollen heute näher hingucken, denn viele Kritikpunkte sind veraltet oder fallen ins Reich der Mythen und Vorurteile. Der günstige, vielseitige Fisch ist nämlich wesentlich besser als sein Ruf, vor allem, wenn  er aus ASC-zertifizierten Zuchtbetrieben stammt.

Mythos eins: Pangasius braucht Unmengen an Antibiotika

Wie bei jeder Tierhaltung können auch in der Fischzucht Krankheiten auftreten. Allerdings können Züchter mit vorbeugenden Maßnahmen wie Hygiene viele Krankheiten abwenden. Solche Maßnahmen sind auch eine Anforderung im ASC-Pangasiusstandard: Es muss einen Fischgesundheitsplan geben. Bereits vor einigen Jahren zeigte eine Erhebung unter ASC-zertifizierten Pangasiuszüchtern, dass sie um 35 Prozent weniger für Medikamente ausgeben. Dabei spielt der ASC-Standard eine wichtige Rolle. Denn er enthält Vorgaben zu Besatzdichte, zur Überprüfung einer guten Wasserqualität und zum Futter – alles wichtige Punkte für die Fischgesundheit. Sollten dennoch Krankheiten auftreten, gilt: Medikamente sind immer die letzte Option und müssen von einem Fischgesundheitsexperten verschrieben werden. Außerdem dürfen keine Antibiotika eingesetzt werden, die auch für die Humanmedizin wichtig sind.

Mythos zwei: Pangasius ist voll von giftigen Chemikalien aus dem Mekong-Fluss

Dies ist ein besonders bedauerlicher Mythos. Auf vielen Webseiten und in Nachrichten wird behauptet, dass Pangasius voll mit Resten von Giftstoffen aus dem Mekong-Fluss ist. Tatsächlich wird Pangasius in eigens angelegten Teichen abseits des Flusses gezüchtet. Der ASC-Standard gibt vor, dass die Wasserqualität regelmäßig kontrolliert wird.

Auch eine wissenschaftlichen Untersuchung zeigte, dass Pangasius keine bedenklichen Chemikalien enthielt und „keine Bedenken hinsichtlich der Lebensmittelsicherheit“ bestanden. Ganz im Gegenteil: Wissenschaftler stellten fest, dass vietnamesischer Pangasius weniger Chemikalien enthielt als andere Fische aus verschiedenen Teilen der Welt.

Mythos drei: Pangasius ist ein ‚Müllfisch‘

Die Kritik suggeriert, dass der Pangasius alles frisst – auch tatsächlichen Müll – und daher nicht zum Verzehr geeignet ist. Was Pangasius unter bestimmten Umständen fressen kann oder nicht, ist jedoch irrelevant. Es kommt vielmehr darauf an, was ihm tatsächlich gefüttert wird. Hier setzt wieder der ASC-Standard an und macht strikte Vorgaben zu allen Futtermittelzutaten. Sie müssen aus verantwortungsvollen Quellen stammen und bis dorthin auch nachverfolgbar sein.

Die oben genannte Genügsamkeit des Pangasius macht ihn tatsächlich zu einem sehr nachhaltigen Fisch: Denn er braucht generell relativ wenig Futter, das außerdem kaum Fischmehl und -öl enthält. Eine Tatsache, die auch der WWF anerkennt.

Mythos vier: Pangasiuszucht verschmutzt die Umwelt

Jede menschliche Tätigkeit hat Einfluss auf die Umwelt, auch die Fischzucht. Wie bereits erwähnt: Der Pangasius-Boom in den frühen 2000er-Jahren verursachte Umweltprobleme, die in vielen Dokumentationen aufgegriffen wurden. Seit mehr als 10 Jahren arbeiten die vietnamesische Regierung gemeinsam mit NGOs wie dem WWF daran, den Sektor zu verbessern – und es wurde sehr viel erreicht. Pangasius, der in den heimischen Regalen zu finden ist, stammt aus Zuchten, die gut gemanagt sind und nach international anerkannten Standards, allen voran jenem des ASC, zertifiziert sind. Diese inkludieren strenge Anforderungen zu Abwasser- und Abfallmanagement sowie zur Schlammaufbereitung, um die Auswirkungen auf die umliegenden Ökosysteme zu minimieren. Der Griff nach einem Pangasiusprodukt mit ASC-Siegel ist also definitiv eine gute Wahl.

Für alle, die mehr wissen wollen, hier ein guter Artikel auf Englisch. Mehr Informationen dazu, wie man Pangasius verantwortungsvoll züchten und genießen kann, gibt es hier.

Veröffentlicht am
Montag, 07 März 2022
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