In seinem ersten Jahresbericht „Transforming Aquaculture“ blickt der Aquaculture Stewardship Council (ASC) auf 2021 zurück sowie auf die vergangenen 10 Jahre, seit die erste Fischzucht die ASC-Zertifizierung erhalten hat. 

Im letzten Jahr konnte der ASC ein kontinuierliches Wachstum verzeichnen sowie den Zugang für Aquakultur-Betriebe zum Zertifizierungsprogramm verbessern. Die Präsenz in bestehenden Märkten konnte aufrechterhalten und auf neue Märkte ausgedehnt werden. Über 20.000 ASC-zertifizierte Produkte waren für Verbraucherinnen und Verbraucher weltweit erhältlich.

„Wir sind stolz darauf, den ersten Jahresbericht zu veröffentlichen, der nicht nur die wachsende Anerkennung für eine nachhaltige Aquakultur auf der ganzen Welt belegt, sondern auch unser Engagement für weitere Fortschritte bekräftigt“, sagt Chris Ninnes, CEO vom ASC. 

„Das Jahr 2021 hat gezeigt, dass wir weiter innovativ sein müssen. Wir haben neue Wege gefunden, um unsere Zielgruppen zu erreichen, Verbesserungen in unserem Programm voranzutreiben und in unsere Organisation zu investieren.“

„Mit dem ersten ASC-Jahresbericht hoffen wir, ein klares Bild des Wachstums und der Entwicklung des ASC im Laufe der Jahre zu vermitteln. Er ist Nachweis für die positiven Veränderungen, die wir bisher anstoßen konnten, für unseren Beitrag zu einer nachhaltigen Aquakultur,“ erklärt Jill Swasey, Head of Impacts beim ASC.

Verbesserungen in der gesamten Lieferkette

Der ASC verfügt derzeit über 11 Zuchtstandards für 17 verschiedene Speziesgruppen (Muscheln, Forellen, Lachs, Garnelen etc.) und über einen gemeinsamen ASC-MSC-Standard für Algen. Es gibt etwa 2.000 zertifizierte Farmen, die 49 verschiedene Spezies züchten.

Im Jahr 2021 verzeichnete der ASC ein Wachstum an zertifizierten Farmen von 20 % gegenüber dem Vorjahr, sodass die weltweite Produktion von Fischen und Meeresfrüchten, die die strengen sozialen und ökologischen Anforderungen der ASC-Standards erfüllen, auf über 2,5 Millionen Tonnen anstieg. ASC-zertifizierte Farmen erzielten insgesamt 2.780 Verbesserungen – 1.800 im Bereich Umwelt und 893 im Bereich soziale Verantwortung. 

Mit Blick auf künftige Entwicklungen wird sich der kürzlich eingeführte Futtermittelstandard mit den Auswirkungen jenseits der Farm befassen und Nachhaltigkeitsanforderungen an die Futtermittelhersteller sowie an die Lieferanten von Inhaltsstoffen und die Rohstoffproduzenten stellen. 

Nachfrage nach verantwortungsvoll produzierten Fischen und Meeresfrüchten wächst

Bis zum Ende des Jahres stieg die Verfügbarkeit von ASC-zertifizierten Produkten im Vergleich zum Vorjahr um 10 %, sodass den Verbraucherinnen und Verbrauchern mehr als 20.000 Produkte mit dem ASC-Siegel zur Verfügung standen und über 275.000 Tonnen verkauft wurden. Die globalen Einzelhandelsmärkte zeigten weiterhin eine starke Vorliebe für Lachs und Garnelen, die 70 % des Gewichts der mit dem ASC-Siegel versehenen Produkte ausmachen. 

Außerdem steigt die Nachfrage nach anderen wichtigen regionalen Arten wie Forelle, Wolfsbarsch und Dorade an. In den südeuropäischen Märkten wurden Produkte mit dem ASC-Siegel gut angenommen. Der strategische Schwerpunkt lag auf der Einführung wichtiger Arten in den US-amerikanischen und britischen Märkten.

Steigerung des Bekanntheitsgrades durch effektive Kommunikation 

Letztes Jahr führte der ASC in Zusammenarbeit mit mehr als 230 kommerziellen und nicht-kommerziellen Partnern Veranstaltungen, Wettbewerbe, Werbeaktionen und Verkostungen durch, um die Menschen mit lehrreichen und unterhaltsamen Kampagnen bzw. Aktionen zu begeistern. Zu unseren Partnerunternehmen gehören Einzelhändler, Fischlieferanten, Fischhändler, führende Marken, Restaurants und Lebensmittelketten, NGOs, Zoos, Aquarien und Museen.

„Es war ein wertvoller und informativer Prozess, in den letzten Jahren mit dem ASC zusammenzuarbeiten, um herauszufinden, wie wir gemeinsam eine nachhaltige Aquakultur unterstützen und Verbesserungen vorantreiben können“, sagt Dave Martin, Programmdirektor von Sustainable Fisheries Partnership, einer gemeinnützigen Organisation, die sich für die Regeneration erschöpfter Fischbestände und die Verringerung der ökologischen und sozialen Auswirkungen von Fischfang und -zucht einsetzt.

Vertrauen schaffen durch Qualitätssicherung im Programm 

Im Jahr 2021 wurden 67 Bewertungen von Zertifizierungsstellen (CABs, Conformity Assessment Body) durchgeführt, die 92 % der definierten Zielbereiche abdeckten. Die Zahl der Zertifizierungsstellen wuchs auf 14 – das entspricht 184 Gutachterinnen und Gutachter weltweit, die qualifiziert sind, Farmen anhand der strengen ökologischen und sozialen Anforderungen des ASC zu bewerten.

Wie im SOFIA-Bericht 2022 der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO hervorgehoben wird, ist das Betrugsrisiko angesichts der steigenden Nachfrage nach Fisch und Meeresfrüchten und aufgrund ihres hohen Wertes sowie der komplexen Lieferkette real und sehr präsent. Aufgrund dessen hat der ASC Maßnahmen entwickelt, die darauf abzielen, diese Risiken durch den Gebrauch innovativer Technologien zu bekämpfen. So ermöglicht beispielsweise das sogenannte Trace Element Fingerprinting (TEF) die Rückverfolgbarkeit von Produkten zum ursprünglichen Betrieb. Dabei werden die ausgewählten Produkte mit bekannten Proben aus einer Datenbank abgeglichen.

Weiterentwicklung durch Feedback 

Im Jahr 2021 führte der ASC öffentliche Konsultationen zu vier grundlegenden Programmverbesserungen durch: zum einheitlichen Farm-Standard, dem Lieferketten-Modul (CoC-Modul), zu Tierwohlkriterien und Zertifizierungsanforderungen für Futtermittel. In den Konsultationen war eine Vielzahl von Interessengruppen vertreten, wir streben jedoch eine höhere Beteiligung von Produzenten all jener Arten an, die nach den ASC-Standards zertifiziert werden können. Über 300 Interessenvertreter (Organisationen und Einzelpersonen) aus 35 Ländern haben im Rahmen der Konsultationen ihr Feedback abgegeben.

„Wir sind stolz auf die kontinuierliche Entwicklung des ASC-Programms und freuen uns über die zunehmende Sensibilisierung der Öffentlichkeit für unsere Mission, die globale Aquakultur nachhaltiger zu gestalten. Und darauf, in den kommenden Jahren jährliche Fortschritte vorweisen zu können“, so Chris Ninnes.

Veröffentlicht am
Dienstag, 15 November 2022
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