Der kürzlich aufgelegte Coastal Habitat Stewardship Fonds verfolgt einen neuen Ansatz: Lokalen Gemeinden in Ecuador werden wirtschaftliche Anreize im Austausch für den Schutz wichtiger Mangrovenwälder geboten. Er ist ein gemeinsames Projekt des Aquaculture Stewardship Council (ASC) mit der internationalen Naturschutzorganisation Conservation International und dem ecuadorianischen Ministerium für Umwelt, Wasser und ökologischen Wandel. 

Naturschutz als Einkommensquelle: Gemeinden in Ecuador erhalten finanzielle Unterstützung für die freiwillige Verpflichtung, Mangrovengebiete nachhaltig zu nutzen und zu schützen. So soll dem weit verbreiteten Problem Einhalt geboten werden, dass mangelnde wirtschaftliche Alternativen die Ursache der Rodung dieser wichtigen Ökosysteme sind. Die durch den Coastal Habitat Stewardship Fonds generierten Mittel werden durch die Organisation Socio Manglar verteilt, die bereits 2014 durch die ecuadorianische Regierung initiiert wurde, um Anreize zum Schutz der Natur zu bieten.

Bis dato wurden im Rahmen solcher Vereinbarungen 37.000 Hektar Mangrovengebiete erhalten. 26 lokale Organisationen in drei Provinzen verwalten Investitionspläne und 4.000 Menschen haben direkt von dem Programm profitiert. Der Coastal Habitat Stewardship Fonds wurde als Treuhandfonds eingerichtet – mit der  Absicht weitere Mittel zu beschaffen und die Arbeit von Socio Manglar langfristig zu unterstützen. 

Eine solche Partnerschaft ist eine Premiere für einen Standardsetzer im Bereich Aquakultur. Auch für den ASC ist es ein neues Kapitel, sich in klassischen Naturschutzprojekten zu engagieren. Dieses Engagement wird künftig parallel zur Zertifizierung von Zuchtbetrieben stattfinden und diese ergänzen.

Ecuadors Mangrovenwälder sind Heimat vieler Tiere und Lebensgrundlage vieler Menschen.

Weiterer Ausbau des Fonds geplant 

Chris Ninnes, CEO des ASC, sagt dazu: „Der ASC engagiert sich seit langem durch die strengen Anforderungen des Garnelenstandards für Mangroven, für den Erhalt und Schutz dieser wichtigen Lebensräume.  Als führendes Zertifizierungsprogramm für ökologisch und sozial verantwortlich gezüchteten Fisch und Meeresfrüchte sehen wir es als unsere Verantwortung, unsere Arbeit nun auch auf Bereiche auszudehnen, die die Zertifizierung ergänzen. Dies ist das erste in einer Reihe von Projekten, die wir zu diesem Zweck durchführen werden. Unser Ziel ist es, den Fonds auszubauen, um mehr Mangrovengebiete zu schützen.“ 

Chris Ninnes erklärt weiter: „Wir hoffen sehr, dass dieser erster Schritt sowie unser kontinuierliches Engagement für solche Projekte ein Katalysator für andere Unternehmen ist, die mit dem ASC zusammenarbeiten, uns ebenfalls bei dieser Arbeit zu unterstützen. Da wir uns alle der gemeinsamen Herausforderung stellen, die Klimaauswirkungen auszugleichen, ist der ASC entschlossen, weitere Initiativen zu entwickeln, um alle an der Aquakultur Beteiligten mit an Bord zu holen. Deshalb entwickeln wir eine Reihe von Instrumenten zur Berechnung der Treibhausgasemissionen des Sektors, um besser zu verstehen, welche Auswirkungen er hat und welche Reduktion nötig ist, um kohlenstoffneutral zu sein. Das erste davon wird noch in diesem Jahr als Pilotprojekt gestartet.“  

Die Wurzeln von Mangroven bieten Unterschlupf für Tiere und verhindern Küstenerosion.

Ältere Mangrovenwälder sind effektivere Kohlenstoffsenken

Mangrovenwälder binden Kohlenstoff aus der Atmosphäre, verhindern Küstenerosion und bieten Lebensraum für unzählige Arten. Trotz dieser Vorteile und des wachsenden Bewusstseins dafür wurden in den letzten dreißig Jahren weltweit über eine Million Hektar Mangrovenwälder zerstört, darunter rund 30.000 Hektar in Mittelamerika. Oftmals wird allein die Garnelenzucht dafür verantwortlich gemacht. Tatsächlich sind Mangroven aber durch eine Reihe menschlicher Aktivitäten gefährdet. Bedeutend ist etwa die Verwendung des Holzes als Brennstoff und Baumaterial sowie die Landrodung für den Bau von touristischer Infrastruktur. 

Forschung zeigt auch, dass ältere Mangrovenwälder weitaus effektivere Kohlenstoffsenken sind als wiederaufgeforstete Wälder. Genau deshalb setzt das Socio Manglar Projekt auf den Erhalt bestehender Mangrovengebiete. 

Der ASC Garnelenstandard schließt nach 1999 gegründete Farmen davon aus, eine Zertifizierung zu erhalten, wenn Mangroven für den Bau der Farm zerstört wurden. Darüber hinaus verlangt der Standard in einigen Fällen als Bedingung für die Zertifizierung die Wiederbepflanzung zuvor zerstörter Wälder durch Farmen, die vor 1999 in Betrieb waren.

Mehr zu Mangroven erfahren Sie hier.

Pressekontakt 

Maren Pfalzgraf   

Communications Managerin DACH                                                                                                        

maren.pfalzgraf@asc-aqua.org 

Veröffentlicht am
Montag, 26 Juli 2021
×
×
Confidental Infomation