Der Aquaculture Stewardship Council (ASC) hat seinen Lachsstandard aktualisiert: Die Version 1.4 wurde diese Woche nach einer strengen, wissenschaftlich fundierten Überarbeitung veröffentlicht.

Die neue Version befasst sich speziell mit dem Umgang mit Lachsläusen. Sie führt zu mehr Robustheit bei der Probenahme und Überwachung, und legt sofortige Handlungsmaßnahmen fest. Damit stellt der ASC sicher, dass die Zuchtbetriebe die potenziellen Auswirkungen auf Wildlachse verringern und gleichzeitig die Gesundheit und das Wohlergehen der eigenen Fische fördern.   

Die potenziellen Auswirkungen von Lachsläusen auf Wildlachspopulationen und Zuchtfische sind ein Problem für die Lachsindustrie. Die überarbeiteten Anforderungen unter Kriterium 3.1 tragen diesem Problem Rechnung, indem sie bewährte Best-Practice-Verfahren für den Umgang mit potenziellen Krankheits- und Parasitenrisiken im Zusammenhang mit Lachsläusen festlegen.   

Es wurden eine Reihe bedeutender Änderungen an den bisherigen Anforderungen vorgenommen. Der überarbeitete Standard verlangt von den Betrieben, nicht nur die Lachslausart L. salmonis zu überwachen, sondern gegebenenfalls auch die weniger erforschte Art Caligus einzubeziehen (insbesondere in British Columbia, Kanada). Dies wird zu einem besseren Verständnis der Häufigkeit dieser Art beitragen und eine Grundlage für künftige Überarbeitungen des Standards bilden. Um die Kohärenz der Datenerfassung und -analyse zu verbessern, wird in der neuen Fassung außerdem ein klares Protokoll für die Probenahme von Lachsläusen in Fischzuchtbetrieben festgelegt, in dem unter anderem die Häufigkeit und der Umfang der Proben festgelegt sind.   

Während der vorherige Standard einen globalen Grenzwert für die maximale Belastung der Fische mit Lachsläusen festlegte, kam die technische Arbeitsgruppe zu dem Schluss, dass die Frage der Schwellenwerte für den Befall mit Seeläusen von der Art, Population und Region abhängig ist und daher einen regionalen Ansatz erfordert. Die technische Arbeitsgruppe besteht aus renommierten Fachleuten, die zu dem Thema forschen und arbeiten. Empfindliche Zeiträume und Schwellenwerte werden nun entsprechend der gesetzlichen Bestimmungen in jeder Region festgelegt. Empfindliche Zeiträume sind Phasen, in denen Wildlachse an der Farm vorbeiziehen und sich potenziell anstecken können.

In Situationen, in denen weder Grenzwerte noch ein empfindlicher Zeitraum festgelegt sind, verlangt der ASC die Anwendung des strengsten zu diesem Zeitpunkt geltenden Grenzwertes und legt einen empfindlichen Zeitraum fest, der die Zeit widerspiegelt, in der sich junge Salmoniden in der Nähe der Zucht aufhalten.

Bildschirm mit türkisem Wasser
Eine genaue Überwachung fördert das Wohlergehen und die Gesundheit der Fische. (Foto: ASC)

Sofortige Reaktionsmaßnahmen und Konsequenzen bei Überschreitung der Grenzwerte  

In der früheren Fassung des Standards wurden Überschreitungen der Grenzwerte für Lachsläuse je nach Zeitpunkt der Kontrollen nicht immer sofort festgestellt oder geahndet. Der neue Standard behebt diese Lücke, indem er von den Betrieben verlangt, die Zertifizierungsstellen (Conformity Assessment Bodies, CABs) innerhalb eines Arbeitstages zu informieren, wenn der Grenzwert für Lachsläuse erreicht wird, sowie korrigierende Maßnahmen zu ergreifen. Gelingt es dem Betrieb nicht, die Zahl der Lachsläuse innerhalb von 21 Tagen unter den Grenzwert zu senken, wird die ASC-Zertifizierung entzogen. Das bedeutet, dass die Betriebe keinen Fisch mehr als ASC-zertifiziert verkaufen dürfen.   

Kontinuierliche Verbesserungen   

Als Vollmitglied der International Social and Environmental Accreditation and Labelling Alliance (ISEAL) ist der ASC verpflichtet, jeden Standard alle drei bis fünf Jahre zu überprüfen und gegebenenfalls zu überarbeiten. Die letzte Überarbeitung des ASC-Lachsstandards fand im Juli 2019 statt.  

„Nur, wenn wir unsere Standards kontinuierlich verbessern und die Anforderungen verfeinern, können wir sicherstellen, dass sie die beabsichtigte positive Wirkung entfalten“, sagt CEO Chris Ninnes. „Die neue Version ist somit nicht die letzte. Vielmehr wird der ASC auch in Zukunft die festgelegten Grenzwerte für Lachsläuse in verschiedenen Regionen regelmäßig überprüfen und ihre Schwellenwerte gegebenenfalls aktualisieren.“   

Die nächsten Schritte  

Auf die Einführung des überarbeiteten ASC-Lachsstandards (v1.4) folgt eine fünfmonatige Übergangsfrist: Am 1. Februar 2023 tritt er in Kraft. So ist der Standard bereits in allen Regionen in den empfindlichen Zeiträumen anzuwenden, wenn Wildlachse an den Zuchtfarmen vorbeiziehen.   

Weitere Informationen erfahren Sie hier. Auf der Seite finden Sie auch die neue Version des Lachsstandards (auf Englisch). 

Veröffentlicht am
Donnerstag, 08 September 2022
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