Der Aquaculture Stewardship Council (ASC) veröffentlicht heute seinen überarbeiteten Garnelenstandard sowie ein Modul mit Anforderungen speziell für geschlossene Kreislaufanlagen (Recirculation Aquaculture Systems, kurz RAS). Mit beiden Updates erweitert die gemeinnützige Organisation die Reichweite ihres Programms zur Zertifizierung von Aquakulturen. 

Zu den Neuerungen gehört unter anderem die Erweiterung des Garnelenstandards, sodass nun auch Zuchtbetriebe von Süßwasserkrebsen und Süßwassergarnelen, wie dem Europäischen Edelkrebs und der Rosenberggarnele, auf die strengen Anforderungen des ASC für eine verantwortungsvolle Zucht hinarbeiten können. Die Anforderungen für RAS-Betriebe stellen sicher, dass die ASC-Zertifizierung die speziellen Auswirkungen dieser Aquakulturmethode berücksichtigt, die weltweit immer mehr an Bedeutung gewinnt.   

Vier neue Gattungen sind Teil des Garnelenstandards 

Der Garnelenstandard enthält nun vier neue Gattungen von Süßwasserarten. Damit sind 99 Prozent der weltweit gezüchteten Garnelenarten mit dem Standard abgedeckt. Die vier neuen Gattungen, die dem Garnelenstandard hinzugefügt wurden, sind Cherax, Procambarus, Astacus (Europäischer Edelkrebs) und Macrobrachium (Rosenberggarnele). 

Michiel Fransen, ASC-Direktor für Standards und Wissenschaft, sagt: „Die Überarbeitung des Garnelenstandards ermöglicht es mehr Zuchten, eine ASC Zertifizierung zu beantragen. Er umfasst jetzt fast die gesamte globale Krebs- und Garnelenproduktion. Angesichts der Vorteile der Zertifizierung – für Züchterinnen und Züchter, Arbeitnehmende, die Umwelt und lokale Gemeinschaften – kann das nur gut sein.“ 

Der ASC-Garnelenstandard deckt nun 99 % der global gezüchteten Garnelenarten ab. (Foto: ASC)

Alle ASC-Standards werden regelmäßig von Multi-Stakeholder-Expertenteams überarbeitet und aktualisiert, wobei auch das Feedback der Öffentlichkeit berücksichtigt wird. Während der Überarbeitung des Garnelenstandards wurden nicht nur wichtige neue Arten hinzugefügt, sondern auch eine Reihe anderer Aktualisierungen vorgenommen, um sicherzustellen, dass der Standard die aktuellen Best Practices widerspiegelt. 

Neues ASC-Modul für geschlossene Kreislaufanlagen 

RAS-Zuchten sind hochtechnisierte, landbasierte Systeme in denen Pumpen-, Überwachungs- und Filtersysteme eingesetzt werden, die die Zucht von Fisch und Meeresfrüchten in geschlossenen Anlagen ermöglichen. Dies kann bestimmte mit der Aquakultur verbundene Auswirkungen verringern, andere potenzielle Auswirkungen jedoch erhöhen, wie den Energie- und Wasserverbrauch, Schlamm- und Abwasserentsorgung. 

Um der zunehmenden Verbreitung von geschlossenen Kreislaufanlagen gerecht zu werden, hat der ASC ein RAS-Modul entwickelt, das neue Anforderungen enthält, die speziell für diese Form der Zucht gelten. Dazu gehören Anforderungen an die Energieüberwachung und die Entwicklung von Strategien zur Reduzierung von Emissionen und zur Minimierung negativer Auswirkungen auf Wasserressourcen. Jede RAS-Zucht muss diese Anforderungen erfüllen, zusätzlich zu allen anderen Anforderungen des entsprechenden ASC-Standards, der die Arten abdeckt, die sie züchten. 

Die Fresh Völklingen GmbH im Saarland ist die erste deutsche ASC-zertifizierte Gelbschwanzmakrelen-Zucht in einer geschlossen Kreislaufanlage. (Foto: FRESH)

„Die RAS-Aquakultur hat, wie jede andere Tätigkeit des Menschen auch, Auswirkungen auf Menschen und Umwelt. Beim ASC glauben wir nicht, dass eine Zuchtmethode von Natur aus besser ist. Was zählt, ist, dass die spezifischen Auswirkungen richtig angegangen und minimiert werden“, erklärt Michiel Fransen. 

Es wird nun einen Übergangszeitraum von sechs Monaten geben, bevor beide Dokumente am 25.Oktober offiziell in Kraft treten. Die Übergangszeit gibt Zuchtbetrieben und Gutachtern die Möglichkeit, sich mit den Änderungen vertraut zu machen und ihre Zucht entsprechend anzupassen. 

Pressekontakt:

Maren Pfalzgraf
Communications Manager DACH
maren.pfalzgraf@asc-aqua.org

Veröffentlicht am
Montag, 25 April 2022
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