Aufgrund wachsender Sorge um den Klimawandel und seine Auswirkungen, ändern immer mehr Menschen ihre Ernährungsgewohnheiten, um die Umwelt zu schützen. Der Schutz der Meere ist dabei eine der treibenden Kräfte, so das Ergebnis zweier repräsentativer Meinungsumfragen im Auftrag der beiden Umweltorganisationen MSC und ASC. 

Mehr als die Hälfte aller deutschen Verbraucher, die ihre Ernährung in den vergangenen zwei Jahren umgestellt haben, taten dies aus Umwelt- und Klimaschutzgründen, so ein Ergebnis der aktuellen MSC-Studie (1). Als Motiv für die Veränderung ihres Essverhaltens nannten die Befragten:

  • den Schutz der Umwelt (35 %)  
  • die Auswirkung der Ernährung auf den Klimawandel (27 %)  
  • die nachhaltigere Herkunft des Essens (26 %) 
  • und der Schutz der Ozeane (18 %).   

Die Folgen des Klimawandels sind für viele beherrschendes Thema: Auf die Frage, welche Umweltprobleme ihnen am meisten Sorge bereiteten, gab mehr als die Hälfte der in Deutschland Befragten (59 %) die Auswirkungen des Klimawandels an; gefolgt von Gewässerverschmutzung (47 %), Regenwaldzerstörung (41 %), extremen Wetterereignissen (39 %) und der Gesundheit der Ozeane bzw. dem Rückgang der Fischpopulationen (29 %). Mehr als ein Drittel der Befragten (36 %) zeigt sich besorgt über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Ozeane – das sind 8 Prozentpunkte mehr als noch vor vier Jahren.    

Auf Sorgen folgen Taten 

Die Verbraucherinnen und Verbraucher lassen ihren Klimawandelsorgen mittlerweile auch Taten folgen, so die aktuelle MSC-Studie: Von denjenigen, die angaben, ihre Ernährung zum Schutz des Klimas geändert zu haben – den sogenannten Klimatariern – sagte mehr als die Hälfte (53 %) aus, beim Fischkauf heute mehr als früher auf eine nachhaltige Herkunft ihres Fischs zu achten. Und künftig? Fast zwei Drittel der Klimatarier (63 %) beabsichtigen, in Zukunft beim Kauf von Fisch und Meeresfrüchten mehr auf Umweltsiegel und eine nachhaltige Herkunft der Ware zu achten, im Vergleich zu nur 42 Prozent aller anderen Befragten.  

Grundsätzlich essen Klimatarier weniger Fleisch, mehr Gemüse, Getreideprodukte, Obst. Unverarbeitete Lebensmittel, Regionalität und Saisonalität sind wichtig. Als Eiweißquelle spielen auch Muscheln und Fisch eine bedeutende Rolle, weil deren CO2-Fußabdruck bis zu zehnmal niedriger ist als der von Fleisch. 

Siegel als Erkennungszeichen 

Umweltsiegel bieten dabei eine gute Orientierung, da sie entsprechende Produkte leicht erkennbar machen. Das ASC-Siegel kennzeichnet Produkte mit verantwortungsvoll gezüchtetem Fisch, das MSC-Siegel steht für nachhaltigen Wildfisch – beide Siegel machen eine bestmögliche, umweltverträgliche Wahl einfacher.  

Laut ASC-Umfrage (2) sind unabhängige Zertifizierungsprogramme, wie ASC und MSC, die vertrauenswürdigsten Informationsquellen für Verbraucherinnen und Verbraucher, wenn es um Nachhaltigkeit geht: Jede vierte Person schenkt ihnen am meisten Vertrauen (24 %), erst an zweiter Stelle (22 %) folgen Umweltschutzorganisationen, wie WWF und Greenpeace. Danach kommen Dokumentarfilme mit 12 Prozent.

Immerhin 75 Prozent der Befragten der ASC-Studie sind der Ansicht, dass Fisch und Meeresfrüchte aus verantwortungsvollen Quellen positive Auswirkungen auf die Meere haben und fast zwei Drittel (64 %) sagen aus, dass sie sich für die Auswirkungen interessieren, die die Fischindustrie auf die Umwelt hat.  

Wir können bereits bei der Wahl unserer Ernährung Einfluss auf unsere Umwelt nehmen. So können wir etwa den Ausstoß von Treibhausgas reduzieren, indem wir Fisch aus nachhaltigem Fang oder verantwortungsvoller Zucht essen. Man kann durch veränderte Essgewohnheiten also aktiv zum Klima- und Umweltschutz beitragen. 

„Check deinen Fisch“-Initiative  

Die von ASC und MSC jedes Jahr im Herbst durchgeführte Initiative „Check deinen Fisch“ (www.check-deinen-fisch.org) appelliert an einen verantwortungsvollen Umgang mit der wertvollen Ressource Fisch. Dieser ist dringender denn je, angesichts eines weltweit steigenden Fischkonsums. An der diesjährigen Initiative, die vom 25. September bis 9. Oktober 2022 bundesweit stattfindet, nehmen über 45 Partner teil, darunter beispielsweise Edeka, Aldi, Lidl, Globus, Deutsche See oder der Zoo in Köln.  

Über die Umfragen 

(1)  Die vom MSC beauftragte Meinungsumfrage wurde durch das renommierte internationale Marktforschungsinstitut GlobeScan durchgeführt. Die Befragung durch Online-Verbraucherpanels fand zwischen Februar und März 2022 statt. Weltweit wurden 25.869, in Deutschland 1.371 Verbraucherinnen und Verbraucher befragt. Eine entsprechende GlobeScan Befragung findet alle zwei Jahre in 23 Ländern statt. 

(2) Bei der vom ASC bei der Agentur für Marktanalysen, The Conversation Studio, in Auftrag gegebenen Studie handelt es sich um eine alle zwei Jahre durchgeführte quantitative Befragung, die 12 Länder umfasst und zwischen dem 23. Dezember 2021 und dem 24. Januar 2022 über Online-Verbraucherpanels durchgeführt wurde. In Deutschland wurden 1.010 Verbraucherinnen und Verbraucher befragt. 

Über den MSC
Der Marine Stewardship Council (MSC) ist eine internationale gemeinnützige Organisation, die sich weltweit für den Erhalt der Fischbestände einsetzt. Mit seinem Zertifizierungsprogramm ermöglicht der MSC den Schutz und die nachhaltige Nutzung der wertvollen Ressource Fisch. Es ist das einzige Zertifizierungs- und Umweltzeichenprogramm für Wildfang, das die „Best Practice“-Anforderungen sowohl der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) als auch von ISEAL, dem weltweiten Mitgliederverband für Nachhaltigkeitsstandards, erfüllt.  

Das blaue MSC-Umweltsiegel kennzeichnet Produkte aus zertifiziert nachhaltiger Fischerei. Weitere Informationen finden Sie hier: www.msc.org/de 

Über den ASC
Der Aquaculture Stewardship Council (ASC) ist eine unabhängige, gemeinnützige Organisation, die 2010 gemeinsam von dem World Wildlife Fund (WWF) und der Initiative für nachhaltigen Handel (IDH) gegründet wurde, um artenspezifische Standards für verantwortungsvolle Fischzuchten zu betreiben und weiterzuentwickeln. Ziel ist es, die globale Aquakultur nachhaltiger zu gestalten. Die ASC-Standards verlangen, dass die Leistung der Fischfarmen sowohl an ökologischen als auch an sozialen Anforderungen gemessen wird. Die Zertifizierung erfolgt durch unabhängige Gutachter.

Das ASC-Siegel auf der Verpackung zeigt den Verbraucherinnen und Verbrauchern, dass der Fisch und die Meeresfrüchte, die sie kaufen, mit minimalen Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesellschaft gezüchtet wurden. Weitere Informationen finden Sie hier.

Pressekontakte

Aquaculture Stewardship Council (ASC)             

Maren Pfalzgraf

Communications Manager DACH

maren.pfalzgraf@asc-aqua.org

 

Marine Stewardship Council (MSC)

Michael Hegenauer

Leiter Kommunikation und Marketing DACH

michael.hegenauer@msc.org

Veröffentlicht am
Donnerstag, 22 September 2022
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