ASC startet Forschungsprojekt für mehr Tierwohl bei der Betäubung und Schlachtung von Garnelen
September 28, 2026
Neues Forschungsprojekt bringt Wissenschaft und Branche zusammen, um praxistaugliche Ansätze für mehr Tierwohl bei der Betäubung Schlachtung von Garnelen zu entwickeln
Der Aquaculture Stewardship Council (ASC) startet ein anwendungsorientiertes Forschungsprojekt. Es soll die wissenschaftliche Grundlage stärken und praxistaugliche Hilfsmittel entwickeln, um das Tierwohl von Zuchtgarnelen bei der Schlachtung zu verbessern.
Das von Coefficient Giving geförderte „ASC Responsible Shrimp Slaughter Project“ bringt wissenschaftliche Forschung, Erfahrungen aus der Garnelenzucht und Fachwissen aus der Branche zusammen. Ziel ist es, wesentliche Wissenslücken zu schließen und neue zu übersetzen, die sich unter den Bedingungen der kommerziellen Garnelenzucht umsetzen lassen.
Das Projekt knüpft an frühere Gespräche über eine geplante „Responsible Shrimp Slaughter Coalition“ an. Diese wurde zwar nie offiziell gegründet, jedoch ist der ursprünglich erkannte Bedarf an koordinierter Forschung und praktischer Orientierung für die Garnelenbranche seither noch dringlicher geworden.
Der ASC verfolgt dafür einen breiteren, stärker an der Praxis orientierten Ansatz: Vorhandenes wissenschaftliches Wissen wird gebündelt, gezielte Forschung und Versuche unter Praxisbedingungen werden koordiniert und
Von wissenschaftlichen Erkenntnissen zum praktischen Leitfaden
Im Rahmen des Projekts sollen entwickelt werden:
- validierte Parameter für eine wirksame Betäubung und Schlachtung;
- überprüfbare Indikatoren, mit denen Betriebe die Wirksamkeit von Betäubungs- und Schlachtmethoden beurteilen können; sowie
- Leitlinien für die Entwicklung von Standardarbeitsanweisungen zur Schlachtung von Garnelen unter Berücksichtigung des Tierwohls.
Die Forschung ist am Puls der Zeit, denn das Tierwohl von Garnelen rückt entlang der gesamten Lieferkette für Fisch und Meeresfrüchte zunehmend in den Fokus. In Europa befassen sich auch Tierschutzorganisationen und NGOs verstärkt damit.
Der ASC wird während des gesamten Projekts Zuchtbetriebe, Handel, Verarbeitungsunternehmen, Wissenschaft und weitere relevante Akteure einbeziehen. So sollen die Forschung und mögliche Lösungen die unterschiedlichen Gegebenheiten in der Produktion und entlang der Lieferkette berücksichtigen.
Maria Filipa Castanheira, ASC Standards Manager – Animal Health and Welfare., sagt: „Dank der Forschung verstehen wir immer besser, was eine wirksame Betäubung und Schlachtung ausmacht Zwischen dem Nachweis, dass eine Methode im Labor funktioniert und der Frage, wie sie unter Praxisbedingungen zuverlässig angewendet, überwacht und überprüft werden kann, liegt jedoch eine entscheidende Lücke.
Genau diese Lücke wollen wir mit dem Projekt schließen. Indem wir unabhängige Wissenschaft und Forschung unter Praxisbedingungen mit den Erfahrungen von Zuchtbetrieben und der übrigen Lieferkette verbinden, wollen wir eine solidere Wissensgrundlage schaffen und praxistaugliche Verfahren und Standards erstellen, die Betriebe tatsächlich nutzen können.“
Auf einer wachsenden Wissensgrundlage aufbauen
Forschungsarbeiten der University of Stirling tragen zu einem besseren wissenschaftlichen Verständnis des Tierwohls von Garnelen bei der Schlachtung bei. Dazu gehören Laborstudien zur elektrischen Betäubung und zu Methoden, mit denen sich eine Empfindungslosigkeit beurteilen lässt. Die Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse. Weitere Untersuchungen sind jedoch nötig, um zu klären, wie sich die Ansätze in kommerziellen Zuchtbetrieben anwenden und überprüfen lassen.