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Österreichischer Fischerschöpfungstag am 28. Jänner

Januar 28, 2026

Fischkonsum steigt weiter: 100 Gramm mehr pro Kopf

Immer mehr Österreicher:innen greifen zu Fisch und Meeresfrüchten. Zwar steigt auch die heimische Fischzucht, der Großteil des Angebots wird jedoch weiterhin importiert. Das macht Produkte zertifiziert durch unabhängigen Standards besonders wichtig, um eine verlässliche und zukunftsfähige Versorgung mit Blue Food zu sichern.

Der österreichische Fischerschöpfungstag fällt dieses Jahr auf den 28. Jänner und damit liegt er einen Tag später als im Vorjahr. Ausschlaggebend dafür ist neben dem weiter steigenden Fischkonsum auch die erneut gestiegene heimische Produktion von Fischen und Meeresfrüchten. 2024 belief sich die Erzeugung in Österreich auf 5.670 Tonnen, während der Nahrungsverbrauch insgesamt 73.166 Tonnen erreichte. Daraus ergibt sich ein Versorgungsgrad von 7,75 Prozent. Die zusätzliche Produktion kann den wachsenden Bedarf zwar nicht ausgleichen, verzögert den rechnerischen Zeitpunkt der Erschöpfung jedoch geringfügig.[1]

Regenbogenforelle, Bachforelle und Saibling dominieren heimische Fischzucht

Die Fischproduktion von 5670 Tonnen teilt sich überwiegend auf Salmoniden auf: Regenbogen- und Lachsforellen machen mit 1.749 Tonnen den größten Anteil aus, gefolgt von Bachforellen (589 Tonnen) und Bachsaiblingen (681 Tonnen). Kleinere Arten wie Seesaibling, Elsässer Saibling, Karpfen oder Schleie ergänzen das Angebot, wobei einige Bestände, etwa Schleie (+20,9 %) und Silberkarpfen (+32,5 %), deutlich zulegten, andere wie Zander (-18,4 %) oder Europäischer Wels (-20,1 %) rückläufig waren. Die Zahlen zeigen, dass die heimische Produktion zwar wächst, aber den steigenden Bedarf nur teilweise decken kann.[2]

ASC-Regenbogenforelle: Das Siegel steht für verantwortungsvolle Zucht nach ökologischen und sozialen Standards,
Eine Lachssemmel als Maßstab für 100 g Fisch pro Kopf in Österreich.

Verlässliche Orientierung beim Einkauf von Fisch und Meeresfrüchten

„100 Gramm mehr Fisch pro Kopf klingen erstmal wenig, das entspricht etwa einer kleinen Lachssemmel oder einer Portion von sechs bis acht Garnelen“, erklärt Dennis Wittmann, General Manager Deutschland, Österreich und Schweiz beim Aquaculture Stewardship Council (ASC). „Hochgerechnet auf ganz Österreich bedeutet das rund 900 Tonnen zusätzlich pro Jahr, das entspricht der gesamten Jahresproduktion an Bachsaiblingen hierzulande. Solche Zuwächse verdeutlichen, wie wichtig es ist, die heimische Fischzucht auszubauen und die internationale Versorgung zuverlässig zu gestalten.“

Der Fischerschöpfungstag soll das Bewusstsein der Konsument:innen für die Auswirkungen ihres Fischkonsums schärfen. Mit dem steigenden Konsum wird es immer wichtiger, beim Einkauf auf Produkte mit geprüften Standards zu achten. Das ASC-Siegel kennzeichnet Fische und Meeresfrüchte, die nach klar definierten, globalen Kriterien gezüchtet wurden. Es garantiert, dass Umwelt, Tierwohl und soziale Standards berücksichtigt werden und Verbraucher:innen eine fundierte Kaufentscheidung treffen können.

 

[1] Statistik Austria, Tabelle 4: Versorgungsbilanz für Fische 2020–2024, Produktgewicht in Tonnen, in: Versorgungsbilanzen tierische Produkte 2024, Wien, 2025.

[2] Statistik Austria, Tabelle „Speisefischproduktion 2024“, in: Aquakulturen in Österreich 2024, Wien, 2025, https://www.statistik.at/statistiken/land-und-forstwirtschaft/tiere-tierische-erzeugung/aquakulturen