Der ASC-Futtermittelstandard befasst sich mit einer der größten potenziellen Auswirkungen der Aquakultur: der Produktion von Futtermitteln. Er hat einen ganzheitlichen Ansatz, indem er eine verantwortungsvolle Beschaffung für alle wichtigen Futtermittelzutaten vorschreibt.

Der Futtermittelstandard ist das Ergebnis jahrelanger Entwicklung durch das Feed Steering Committee: eine vielfältige Expertengruppe, die sich aus Futtermittelherstellern, Einzelhändlern, NGOs, Züchtern und anderen Interessengruppen zusammensetzt. Er verlangt, dass Futtermittelhersteller strenge ökologische und soziale Anforderungen erfüllen, Zutaten von sozial verantwortlichen Lieferanten beziehen und umweltverträgliche Rohmaterialien verwenden. Dadurch werden sowohl Fragen in der Lieferkette als auch auf Rohstoffebene angesprochen.

Verpflichtende Berichterstattung soll die Transparenz der Branche verbessern, ökologische Nachhaltigkeit belohnen und die zukünftige Forschung zu verantwortungsvollen Futtermitteln fördern.

  • Futtermühlen

Der Futtermittelstandard folgt dem Ansatz des ASC für eine verantwortungsvolle Aquakultur und erweitert ihn auf die Futtermittelhersteller und ihre Lieferanten. Futtermühlen werden gemäß dem Standard auditiert. Ihnen und den Fischfarmen wird aber auch Zeit gegeben, um sicherzustellen, dass ihre Lieferketten die ASC-Anforderungen erfüllen. Der Standard wird mehr Futtermühlen Anreize bieten, auf eine Zertifizierung hinzuarbeiten, um der wachsenden Nachfrage von ASC-Farmen gerecht zu werden.

  • Inhaltsstoffe aus dem Meer

Die Auswirkungen von marinen Zutaten in der Fischzucht stoßen häufig rege Diskussionen an. Tatsächlich machen marine Inhaltsstoffe jedoch nur einen kleinen Anteil der Futterinhaltsstoffe aus. Rund 75 % der weltweiten Futterzutaten stammen aus der Landwirtschaft, beispielsweise Soja, Weizen und Reis. Diese haben ihre eigenen Umweltauswirkungen, insbesondere Entwaldung und Landumwandlung, die in Debatten über die Branche oft übersehen werden.

Der Futtermittelstandard verwendet ein Verbesserungsmodell für marine Inhaltsstoffe, das vorsieht, dass Futtermühlen ihre Produkte immer mehr aus nachhaltigen Fischereien beziehen. MarinTrust und MSC (Marine Stewardship Council), beides volle ISEAL-Mitglieder, spielen dabei eine entscheidende Rolle, sie sind die wichtigsten Sprungbretter für Verbesserungen. Zwischenschritte sind anerkannte Fischereiverbesserungsprojekte (FIP-Programme), die repräsentativ zu jedem Programm führen.

Das Verbesserungsmodell bietet Futtermühlen eine einzigartige Möglichkeit, mit ihren Fischmehl- und Fischöllieferanten zusammenzuarbeiten, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Letztendlich muss der größte Teil der marinen Inhaltsstoffe aus MSC-zertifizierten Fischereien gewonnen werden.

Fischzucht in Griechenland
  • Pflanzliche Inhaltsstoffe

Bei pflanzlichen Inhaltsstoffen müssen die Mühlen, wie bei marinen Inhaltsstoffen, alle Inhaltsstoffe, die mehr als 1 % eines Futtermittels ausmachen, dokumentieren und melden. Außerdem müssen sie Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass sie auf verantwortungsvolle Weise beschafft wurden. Entscheidend ist, dass sie das Risiko einschätzen, inwiefern eine bestimmte Zutat zur Abholzung oder Landumwandlung beiträgt. Darüber hinaus müssen sie sich dazu verpflichten, zu einer Lieferkette ohne diese negativen Auswirkungen überzugehen.

  • Treibhausgasemissionen, Energie- und Wasserverbrauch

Als Proteinquelle hat die Aquakultur einen der niedrigsten CO2-Fußabdrücke. Dennoch ist wichtig, dass die Industrie ihren Fußabdruck entlang der gesamten Lieferkette überwacht und reduziert. ASC-zertifizierte Futtermittelfabriken müssen ihren Energieverbrauch und ihre Treibhausgasemissionen aufzeichnen und melden sowie an der Verbesserung der Energieeffizienz, der Nutzung erneuerbarer Energien und des Wasserverbrauchs arbeiten.

  • Soziale Verantwortung

Die Futtermühlen müssen umweltbewusst handeln und zusätzlich auch sicherstellen, dass sie und ihre Lieferanten sozial verantwortlich handeln. Zum Beispiel muss durch unabhängige Prüfer bestätigt werden, dass Fabriken keine Zwangs- oder Kinderarbeit einsetzen, ihre Mitarbeiter fair bezahlen und behandeln und nicht diskriminieren. Darüber hinaus müssen sie in der Nachbarschaft verantwortungsvoll auftreten und proaktiv mit den Gemeinschaften vor Ort kommunizieren. Zertifizierte Futtermühlen müssen prüfen, dass diese Prinzipien entlang ihrer Lieferketten eingehalten werden. So kann in den Bereichen, in denen das Risiko dieser Probleme stärker ausgeprägt ist, eine positive Wirkung erreicht werden.

Vorbereitungszeit

Der Futterstandard wurde am 15. Juni 2021 veröffentlicht und befindet sich momentan in einer 14-monatigen „Vorbereitungszeit“, damit sich Auditoren, Futtermittelhersteller und Lieferanten mit dem Standard vertraut machen und auf die Zertifizierung vorbereiten können. Nach diesem Zeitraum tritt der Standard am 01. September 2022 in Kraft und Futtermittelhersteller können sich zertifizieren lassen. Fischzuchten haben danach 24 Monate Zeit auf ASC-konforme Futtermittel umzustellen, um weiterhin die ASC-Standards zu erfüllen.

Für weitere Informationen über Dokumentierung und Zeitpläne der Zertifizierung schauen Sie bitte in die Dokumente weiter unten.

Futtermittelstandard

Version 1.0

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FAQ und Timeline

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